Frau und Beruf Female Talents
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Sichtbar werden mit der ICH-Marke

Wir sprechen über Selbstmarketing und wie Frauen ihre berufliche Sichtbarkeit stärken können, ohne ihre Authentizität zu verlieren. Mit praxisnahen Tipps und konkreten Beispielen zeigen Stefanie und Marlene, wie der eigene Markenkern erarbeitet und wirksam kommuniziert wird.

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Chapter 1

Die Bedeutung von Selbstmarketing für Frauen

Marlene Birkner

Hallo und herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, bei einer neuen Folge von Frau und Beruf Female Talents! Ich bin Marlene Birkner und wie immer sitze ich hier mit der wunderbaren Stefanie Marquardt.

Stefanie Marquardt

Hallo auch von mir, ich freue mich total drauf, heute mit dir über ein Thema zu reden, das, vielen Frauen oft nicht leichtfällt. Selbstmarketing – oder, wie manche es nennen, sich selbst sichtbar machen, ohne sich zu verbiegen.

Marlene Birkner

Oh, ganz genau! Und ich geb’s zu: Das Wort „Selbstmarketing“ löst bei mir immer noch so ein leichtes Ziehen im Bauch aus. Irgendwie klingt’s für viele nach Ellenbogen und Trommelwirbel für die eigene Person, oder? Aber wenn wir in die Studien reinschauen, dann wird klar: Reine Fachkompetenz reicht nicht. Stefanie, du hast da ein paar Zahlen, oder?

Stefanie Marquardt

Ja, die ZEIT hat vor längerer Zeit auch mal ein bisschen provokant in einem Artikel getitelt: „Kompetenz hilft nicht bei der Karriere“. Laut Studien macht das Image schon um die 30 Prozent der Karriere aus, und die Bekanntheit in der Firma sogar 60 Prozent! Da bleibt für die fachliche Expertise, halt dich fest, oft gerade mal zehn Prozent übrig. Erfolg im Job hängt also zu einem großen Teil von Wahrnehmung ab – der Rest entsteht durch Image, Netzwerke und Sichtbarkeit. Also höchste Zeit, dass wir das Thema mit Gelassenheit und Strategie angehen.

Marlene Birkner

Wirklich? Zehn Prozent! Also... ich wusste, dass Sichtbarkeit zählt, aber das... ist ehrlich ein Schlag ins Gesicht für jeden, der sich gerne im Büro versteckt. Und das fällt ja speziell vielen Frauen schwer. Mir inklusive, ehrlich gesagt. Warum ist das so?

Stefanie Marquardt

Ja, das kenne ich so gut aus meiner Beratungspraxis. Viele Frauen denken: „Meine Arbeit spricht doch für sich. Ich muss kein Tamtam darum machen." Es fühlt sich irgendwie nach Angeben an, nach „Wichtigtuerei“. Mir ging’s echt genauso. Ich hab jahrelang gedacht, alles andere ist unangemessen. Weißt du, erst als ich in der Kommunikationsabteilung war und plötzlich gemerkt hab, dass alle, die sichtbar sind, weiterkommen... da hab ich verstanden: Ach, Moment – ohne Eigen-PR bleibt man einfach oft unsichtbar.

Marlene Birkner

Ich hab auch lange den Reflex gehabt: Bloß nicht wie ne „Angeberin“ rüberkommen. Aber – wie hast du das dann überwunden? Gibt’s da so ’nen Schlüsselmoment?

Stefanie Marquardt

Ich hab irgendwann einfach ausprobiert, Erfolge klar zu kommunizieren – erstmal ganz vorsichtig, aber authentisch. Und siehe da: Da wurde mir plötzlich zugehört. Also – ein bisschen Trommeln, aber immer mit Substanz. Es ist ein Lernprozess, und das ist völlig okay.

Marlene Birkner

Ich find das so wichtig. Es geht nicht darum, zu blenden oder „Show“ zu machen, sondern ehrlich für das einzustehen, was man wirklich leistet. Und genau da setzen wir heute an.

Chapter 2

Der eigene Markenkern - wofür willst Du stehen?

Marlene Birkner

Also... sichtbar werden heißt: Nicht einfach nur „gesehen werden“, sondern für etwas Bestimmtes stehen. Also so etwas wie eine ICH-Marke aufzubauen. Aber Stefanie, wie finde ich eigentlich raus, was diese Ich-Marke ist? Ich glaub, viele hören schon hier auf, weil sie denken: Das klingt zu groß – wie entwickle ich denn meinen Markenkern?

Stefanie Marquardt

Das ist tatsächlich der Knackpunkt! Der persönliche Markenkern besteht aus vier Dingen: deinen Stärken, Werten, Kompetenzen, deiner Persönlichkeit – eben all dem, was dich als Mensch und als Profi einzigartig macht. Am effektivsten: Schreib’s dir auf! Fang einfach an, drei Eigenschaften zu notieren, die dich am besten beschreiben. Zum Beispiel: analytisch, empathisch, lösungsorientiert. Oder vielleicht bist du überzeugend kreativ, fachlich detailverliebt und zuverlässig. Häufig entsteht das ganz banale „Aha“ erst beim Schreiben.

Marlene Birkner

Ich hab das tatsächlich mal in einem Team-Workshop gemacht. Wir haben alle auf einen Zettel geschrieben: Wofür will ich gesehen werden? Ich war echt überrascht, wie unterschiedlich Selbst- und Fremdbild sein können.

Stefanie Marquardt

Ja, genau, und dann nimmst du diese Schlagworte und baust daraus deinen „Elevator Pitch“ – also so ne Mini-Präsentation. Beispiel: „Ich stehe für wertebasierte Kommunikation, die technische Themen verständlich macht.“ Das kann zum Beispiel einer Jungmanagerin im Bereich Nachhaltigkeit total helfen, sich klar zu positionieren. Das ist übrigens viel weniger dick aufgetragen, als man denkt, sondern richtig hilfreich fürs Selbstbild.

Marlene Birkner

Das klingt – und ich weiß, dass Leute jetzt sagen: „Oh Gott, Elevator Pitch!“, aber… es geht eher darum, Sicherheit zu bekommen: Was ist mir wichtig, wo liegen meine Fähigkeiten? Vielleicht, hm... ein bisschen wie ein Kompass im Alltag, oder?

Stefanie Marquardt

Ganz genau. Es ist kein Marketing-Blabla, sondern – wie du sagst – der Pitch ist Dein Kompass. Wichtig ist, den Markenkern nicht aus der Luft zu greifen, sondern ehrlich zu schauen, was dich im Job und als Person prägt. Schreibt das wirklich mal auf – oder, für die Mutigen, fragt euer Umfeld: Wie nehmt ihr mich wahr? Und dann: Stärken aufschreiben, Werte bestimmen, und daraus den Pitch formulieren. Wenn du weißt, wer du bist und was du kannst, wirkt alles andere automatisch klarer.

Marlene Birkner

Und für alle, die jetzt zuhören: Probiert’s mal. Drei Eigenschaften. Und daraus versucht ihr, einen Satz zu stricken, der euch beschreibt, so banal das klingt. Das kann echt total entlastend wirken. Und den Pitch kann man ja auch erstmal still ins eigene Notizbuch schreiben, bevor man ihn auf LinkedIn postet, oder was meinst du?

Stefanie Marquardt

Unbedingt! Hauptsache, du findest raus, wofür du stehen willst. Das nimmt schon wahnsinnig viel Druck raus, weil man nicht mehr das Gefühl hat, irgendwas verkaufen zu müssen, sondern einfach zeigt, was ohnehin schon da ist – die eigene Substanz, wie es so schön heißt.

Chapter 3

Maßnahmen: Die eigene Marke wirksam kommunizieren und trotzdem authentisch bleiben

Marlene Birkner

Okay, Markenkern steht, Skills sind notiert – und jetzt? Wie stelle ich sicher, dass andere das auch wirklich mitkriegen? Denn seien wir ehrlich: Wer nur abwartet, wird selten gesehen, oder?

Stefanie Marquardt

Genau das! Jetzt kommen die Umsetzungsstrategien. Und ich weiß, das klingt nach viel, aber eigentlich gibt’s fünf einfache Wege, wie du deine Marke nach außen bringst. Erstens: der Elevator Pitch – wie wir eben besprochen haben. Kurz, knackig sagen, wer du bist, was du ausmacht, und zwar so, dass du’s bei jedem Netzwerktreffen oder Gespräch abrufen kannst.

Marlene Birkner

Ich musste meinen übrigens zigmal üben, bis er mir nicht mehr im Hals stecken blieb, aber irgendwann ging’s... Zweitens?

Stefanie Marquardt

Zweitens: Online-Präsenz. LinkedIn ist da wirklich ein Geschenk, wenn man’s sinnvoll nutzt. Zeig da, wofür du stehst – durch Beiträge, Themen, Projekte, am besten regelmäßig. Übrigens: die Kontaktstellen bieten häufig auch Seminare zur effekten Präsenz auf Linkedin an. Stöbert da ruhig mal durch den Veranstaltungskalender. Aber zurück zu den fünf Schritten. Als dritter Schritt: Storytelling! Warum tust du, was du tust? Welche Hürden hast du gemeistert? Das schafft Verbindung.

Marlene Birkner

Storytelling war für mich anfangs eine Katastrophe, ehrlich! Beim Audio-Branding war das für mich die größte Hürde: Wie bringe ich das, woran ich glaube, in meine Stimme – ohne dass es sich nach Theater anhört? Ich glaub, auf der Bühne bin ich ein paar Mal ordentlich gescheitert, weil ich plötzlich ganz anders klang als im echten Leben. Und dann dieses Gefühl: Jetzt bloß nicht aufgesetzt wirken...

Stefanie Marquardt

Total verständlich! Aber weißt du, manchmal muss man sich einfach ausprobieren. Und falls man mal daneben liegt – auch das gehört dazu. Hauptsache: ehrlich und mit Substanz. Was ich noch wichtig finde: Nummer vier, Netzwerken. Online oder analog, frag nach, hör zu, bleib im Austausch, baue Verbindungen auf – das heißt nicht, dauernd zu „senden“, sondern ehrlich Interesse zu zeigen.

Marlene Birkner

Ja, und fünftens? Ich denke, das merk ich ständig in meinem Umfeld: Konsistenz. Also, nicht einmal ein starkes Statement raushauen und dann wieder im Arbeitsalltag untertauchen, sondern wirklich dranbleiben. Immer wieder das eigene Bild zeigen, sich selbst aktualisieren, aber dabei stimmig bleiben.

Stefanie Marquardt

Hundertprozentig. Authentizität kommt erst, wenn andere bei jedem Kontakt merken: „Aha – das ist die Kollegin, die immer zuverlässig ist“ oder „Die Chefin, die immer Klartext redet“. Das schafft Vertrauen und Wiedererkennbarkeit. Und der Rahmen dafür, ganz wichtig: Zieh dich so an, wie du dich wohlfühlst, tritt höflich und klar auf, achte auf deine Sprache – keine Floskeln, kein Geschwurbel. Das klingt simpel, macht am Ende aber einen riesigen Unterschied.

Marlene Birkner

Ja, und – kleiner Tipp von mir: Wenn ihr nervös seid, gebt ruhig zu, dass euch Selbstpräsentation schwerfällt. Mir hilft’s manchmal, kleine Versprecher oder Unsicherheiten auch einfach zuzulassen, anstatt den Profi zu mimen. Das macht einen viel sympathischer und nahbarer. Das bloß mal am Rande!

Stefanie Marquardt

Das ist ja eh unser beider Credo hier: Nicht „Fake it till you make it“, sondern: Erkenne deinen Wert und zeig den. Am liebsten konsistent, Schritt für Schritt. So wird die eigene Marke zur echten Stärke – und bleibt trotzdem authentisch.

Marlene Birkner

Und damit sind wir auch schon am Ende dieser Folge. Zusammengefasst: Sichtbarkeit – die richtige, stimmige Sichtbarkeit – ist wirklich entscheidend. Stärken rausfinden, Markenkern formulieren, und dann die Wege suchen, auf denen man wirklich gern spricht und wirkt. Der Rest? Übungssache. Daher: bevor wir schließen, lass uns unseren Zuhörenden eine kleine Übung mitgeben Stefanie, okay?

Stefanie Marquardt

Sehr gern. Also, nimm dir fünf Minuten Zeit und notiere: 1. Drei Eigenschaften, die dich beschreiben. 2. Einen Satz, der sagt, wofür du stehen willst. 3. Einen kleinen Schritt, wie du das diese Woche zeigen kannst – z. B. ein Gespräch führen, ein Feedback einholen oder einen Beitrag teilen. Und denkt immer daran: Selbstmarketing ist kein Ego-Trip, sondern Selbstbewusstsein in Aktion. Dein Markenkern ist deine Basis. Mit einem klaren Pitch, ehrlicher Präsenz und kontinuierlicher Sichtbarkeit wirst du Schritt für Schritt zur Marke – echt, souverän und sympathisch.

Marlene Birkner

Vielen Dank liebe Stefanie für Deine wertvollen Insights! Nächste Folge gehen wir dann konkret rein, wie man Sichtbarkeit souverän im Bewerbungsprozess nutzt – Formulierungen, Dos & Don’ts, alles dabei. Also: bleibt dran!

Stefanie Marquardt

Bis ganz bald, Marlene – und danke an euch fürs Zuhören. Macht euch sichtbar, aber bleibt euch treu!

Marlene Birkner

Tschüss, Stefanie – und tschüss an euch! Viel Spaß beim Üben.